Wau, Pfotenteam! Hier sind Sina und Filou, ein Traumteam auf 8 Pfoten. Uns gefällt eure Seite und auch wir hätten eine Frage an euch.


Nun unsere Frage: was ist der Unterschied zwischen einem Tierhomöopathen und einem Tierarzt? Aber bitte ganz verständlich erzählt und ohne Fremdwörter (wenns sein muss, dann bitte erklären!). In unserer Hundeschule steht nämlich kein Latein, geschweige denn Griechisch auf dem Lehrplan …

Ebenfalls wau, liebe Sina und lieber Filou! Wir freuen uns über eure Post, da geht uns schon die Arbeit nicht aus. Um eure Frage zu beantworten, müssen wir etwas ausholen, doch vorab das Wichtigste in Kürze:

 

In der Schulmedizin werden Symptome und Krankheitserreger behandelt. Die Diagnose lautet, sagen wir mal, "Lungenentzündung". Diese wird mit einer Standardtherapie (Antibio, Kortison, entzündunghemmende Medis etc.) beseitigt.

 

Die Homöopathie hingegen schaut auch auf individuelle Symptome und Modalitäten. Mit Modalitäten sind die Art und Weise gemeint, unter denen sich Symptome äussern, also Antworten auf die W-Fragen nach dem wann, wo, wie, warum, wer, was bessert/verschlimmert, was begleitet.

Das war die Kurzfassung. Wenn ihr Zeit habt und noch mehr erfahren wollt, dann lest bitte weiter …

 

Wir fangen mit der Lebenskraft an. Eine Grösse, die materiell zwar nich messbar ist, aber subjektiv zu erkennen ist, also ihr zwei fühlt euch im Moment wohl in eurer Haut (oder aber eher nicht). Diese Lebenskraft kommuniziert, "redet", mit den Körperzellen. Kriegt sie die Nachricht, dass irgendwo im Körper was nich stimmt, greift sie ein (reguliert oder repariert).

Denn auch ihr wisst, dass nicht immer alles tutti frutti ist, und so ergeht es auch unserer Lebenskraft: sie kann aus der Balance geraten durch schädliche Einflüsse. Das Fremdwort lautet "Noxen" und kommt aus dem Latein. Vielleicht habt ihr schon mal was vom Hippokratischen Eid gehört? (Primum) non nocere heisst übersetzt (Zuerst einmal) nicht schaden und ist ein Grundsatz dieses Eids, den Ärzte ablegen.

 

"Primum non nocere" bedeutet also soviel, wie nichts am Patienten zu unternehmen, was einen noch größeren Schaden neben der schon bestehenden Krankheit erzeugen kann.

Ihr fragt euch nun, was denn schädliche Einflüsse sind? Nun, vielleicht fürchtet ihr euch über alle Masse vor etwas, oder ihr wärt sehr traurig, wenn ihr nicht mehr zusammen seid; doch auch wenn ihr was fresst, das giftig war, zu lange draussen in der Kälte rungelaufen seid oder euch an der Pfote oder sonst wo eine Verletzung eingefangent habt – all dies schwächt eure Lebenskraft, und zwar besonders, wenn euer Immunsystem bereits belastet ist. Da fällt uns ein, dass wir Tasso versprochen haben, bald etwas über das Immunsystem zu schreiben. Holen wir gleich nach!

Also, die Lebenskraft ist geschwächt. Was macht sie nun? Der erste Schritt heisst "Verteidigung", und dies geht so:

 

  • ihr habt Schmerzen und hinkt; die Botschaft der Lebenskraft an euch heisst: bitte diesen Körperteil vorerst schonen!
  • aus einer Wunde tritt Eiter aus: im Eiter hat es die abgestorbenen Reste der getöteten Krankheitserreger, die so herauskomplementiert werden
  • eure Herrchen messen eure Körpertemperatur und stellen fest, dass ihr Fieber habt (mehr als 39.4°C): die Lebenskraft veranlasst (mit Hilfe des Fiebers), dass Viren absterben (ab 40°C)
  • ihr müsst erbrechen oder all "schissbott" (!) nach draussen in die Nähe des Robidogkasten

 Dies sind Beispiele dafür, was die Lebenskraft so alles anstellt, um Schädliches wieder los zu werden und sich selbst wieder heilen zu können.

Zwischenfrage, liebes Pfotenteam: wie messen Herrchen unsere Temperatur?

Eure Normaltemperatur ist 38.0°C bis 39.0°C. Zum Messen sollen eure Herrchen (oder Frauchen) ein feines digitales Thermometer benützen. Bitte die Spitze mit Butter, Vaseline oder einem anderen Gleitmittel "einfetten", dann das Thermometer unter leichten Drehbewegungen behutsam ca. 1 bis 2 cm tief in den After einführen. Seid ihr kleine und /oder kurzohrige Hunde (?), so kann man bei euch auch das für Kinder empfohlene Ohrthermometer nehmen.

Danke für die Tipps, liebe Pfoten.

Die World Health Organization hat übrigens definiert, was GESUNDHEIT genau ist. Doch hört selber: "Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und – diesen Teil finden wir besonders spannend – nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen."

Und nun kommen wir zum Abschluss nochmals auf eure direkt Frage zurück:

 

Eine schulmedizinische Behandlung beseitigt die Symptome, lässt aber die Lebenskraft unangetastet. Die Symptome mögen verschwinden, werden aber voraussichtlich zurückkehren, stärker und/oder verändert. Denn die geschwächte Lebenskraft ist nicht "behandelt" worden. Chronische Krankheiten können entstehen.

 

Eine homöopathische Therapie im Gegensatz dazu stabilisiert die Lebenskraft dahingehend, dass diese Krankheiten wieder selbständig heilen kann.

 

Wenn sich die Lebenskraft stabilisiert, normalisieren sich zuerst die Vitalfunktionen und gleichzeitig bessert sich das allgemeine Wohbefinden des Patienten. Untergeordnete Körperfunktionen normalisieren sich zuletzt, z. B. Fieber oder starke Ausscheidungen.

 

Der homöopathische Arzt Constantin Hering hat in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Ablauf der Heilung in der Hering'schen Regel formuliert.

 

Eine nicht ausser acht zu lassende Voraussetzung für die Heilung ist auch die Beseitigung von schädigenden Einflüssen, z. B. psychischer Stress, falsche Ernährung, schlechte Lebensbedingungen, Witterungseinflüsse etc.

Liebe Sina, lieber Filou. Wenn ihr konkret etwas über eine spezielle Therapieform wissen wollt oder über eine Therapie, die MEINNATURARZT individuell auf euch abstimmen soll, so meldet euch einfach bei ihm. Er freut sich über eure Anfrage!