Ludwig Dragomir - später erfährt der geneigte Leser, dass der Mann in Wirklichkeit Coelestin Geiger heisst - ist unter diesem Decknamen in sein kleines und absolut konservativ geprägtes Heimatdorf in der tiefsten bayrischen Provinz zurückgekehrt. "Heiligsheim" ist dabei allerdings weder eine Heimstatt von irgendwelchen Heiligen, noch hat Coelestin dort eine unbeschwerte Kindheit verlebt. Schnell stellt sich vielmehr heraus, dass es hier vor langer Zeit einen verschwiegenen Kinderschänderring gegeben hat, und zahlreiche Menschen im Dorf haben offenbar durchaus davon gewusst - und dennoch nichts dagegen unternommen, sondern die Vorgänge stillschweigend geduldet.

 

Der Arzt, der Apotheker, der Pfarrer und andere Honoratioren des Dorfes haben damals kleine Jungs mit Süßigkeiten und falschen Versprechungen in ein Waldstück gelockt, und sie dort über einen längeren Zeitraum sexuell missbraucht. Die meisten der Jungen mussten dann als Mitwisser oder Zeugen sterben - die Todesfälle wurden niemals aufgeklärt. Ludwig/Coelestin ist als 14-Jähriger nach der Beerdigung eines seiner Freunde aus dem Dorf geflohen, hat Jahrzehnte in Berlin gelebt - und will nun endgültige Rache an den Peinigern von damals nehmen. Seine Persönlichkeit wurde in dieser Zeit bereits zerstört.